Sonntag, 1. Dezember 2019
Warum so aggressiv - wie Autofahren zum Stress wird
Täglich fahre ich ca. 45 km zur Arbeit und ebenfalls 45 km zurück.
Täglich gibt es immer wieder Schwierigkeiten schon am Morgen auf dem Weg.
Täglich steigt mein Stresslevel schon kurz nach dem Aufstehen kritisch an.
Diese drei Sätze beschreiben meine Situation vom Montag bis Freitag wirklich gut. Mein Fahrtweg führt mich über die Landstraße zur Schnellstraße und dann auf die Autobahn, zum Schluss fahre ich nochmals kurz Landstraße, bis ich auf Arbeit bin. In diesen 45 Minuten steigt mein Stresslevel enorm an. Warum? Weil die Autofahrer heutzutage gerade auf der Autobahn wirklich unmöglich fahren.
Du fährst auf die Autobahn auf, da drängelt schon der erste von hinten und fährt über den geschlossenen Strich der Auffahrt um dich ja noch vor dem nächsten LKW zu überholen, daraus resultiert, dass du vor dem LKW nicht mehr auf die rechte Spur kommst und somit weiter auf dem Standstreifen fahren musst. Dann hast du es endlich auf die Autobahn geschafft, da drängelt entweder wieder der nächste mit dem stärkeren Fahrzeug von hinten, oder vor dir fährt ein Auto nicht auf die rechte Spur, sodass du nicht überholen kannst. Es ist ein Graus. Jeden Tag kämpfe ich mit Wutattacken, die sicher so früh am Morgen nicht förderlich für mich und meine Gesundheit sind. Warum kann man nicht entspannt mit dem Auto auf die Arbeit kommen, warum herrscht so eine Aggression auf der Fahrt mit dem Auto?
Natürlich möchte jeder schnell an sein Ziel kommen, der eine ist etwas zu spät logefahren und muss pünktlich zur Arbeit kommen, der andere möchte vielleicht nicht so schnell fahren, aber auch nicht die ganze Zeit mit 100 km/h hinter einem LKW her fahren. Trotzdem herrscht doch immernoch das Gebot Rücksicht, oder?
Das Bedrängen von hinten führt bei mir mittlerweile schon zu Trotzreaktionen, wobei ich mich selbst nicht wiedererkenne. Manchmal fahre ich dann nicht schneller und extra langsam auf die linke Spur. Das ist ein Charakterzug, den ich nie hatte, der mich nachdenklich werden lässt.
Laut einer Studie kommen Autofahrer nicht schneller an ihre Ziel, wenn sie 160 km/h fahren, als wenn sie 110 km/h Geschwindigkeit halten. Was sagt uns das nun?
Sollten wir nicht ein Mittelmaß finden zwischen schnell zum Ziel kommen und Rücksichtnahme auf andere Verkehrsteilnehmer?
Keiner kommt schneller an, wenn er den anderen bis aufs Messer bedrängt oder nicht vorbei fahren lässt, im Gegenteil, es kommt noch eher zu Unfällen. Ich denke man sollte sich auch in andere hinein versetzen und sich fragen, ob es wirkich nötig ist, den anderen jetzt so zu bedrängen oder auszubremsen.
Sicherlich spielt auch die große Auslastung der Autobahn auf meiner Strecke eine große Rolle. Wären nicht so viele LKW´s unterwegs, dann würden diese notorischen Linksfahrer wahrscheinlich auch eher auf die rechte Spur fahren, denn keiner möchte wie gesagt zwischen den LKW´s mit 100 km/h fahren. Aber auch die LKW Fahrer erledigen nur ihren Job, was für uns als Menschen emens wichtig ist. Ohne sie würden wir aber ganz schnell am Hungertuch nagen, weil es z.B. keine Lebensmittel mehr in den Kaufläden gäbe.
Auch die LKW Kolonnen sind manchmal ein Stressfaktor, wenn LKW´s wegen 2 km/h, die sie schneller fahren, den anderen überholen, es dann aber nicht schnell schaffen und ewig die linke Spur blockieren.
Alle Menschen wollen eben schnell ihre Arbeit erledigen und nicht lange Zeit vertun.
Gegenseitige Rücksichtsnahme und Respekt gegenüber anderen Fahrern und kleineren schwächeren Fahrzeugen ist heutzutage wirklich bei vielen Menschen verloren gegangen, es gibt nur noch ein "hauptsache Ich", was den Weg den jeder einzelne mit dem Auto hat zur Qual macht.
Fazit:
Ich denke ein gutes Quäntchen Respekt und eine handvoll Rücksichtnahme für andere Fahrer tät der allgemeinen Fahrtsituation wirklich gut und würde vieles vereinfachen. Es würde weniger Unfälle geben und wir hätten ein freidlicheres Miteinander. Dazu käme noch, dass man sich täglich sagen könnte, dass man fair und respektvoll mit anderen Menschen umgegangen ist, was doch auch ein wirklich schönes Gefühl ist. Gerade jetzt in der Weihnachtszeit ist es doch das schönste, den Nachmittag oder Abend mit seiner Familie zu verbringen und nicht bei einem Unfall mit der Polizei oder womöglich im Krankenhaus.
Deswegen hier mein Aufruf:
Seid friedlich, respektvoll und fair zu euren Mitstreitern, denn jeder möchte sowohl zu Weihnachten, als auch die restliche Zeit des Jahres ein bisschen Frieden und Freude ohne Stress und Unwohlsein erleben.
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