Sonntag, 17. November 2019

Der Joker - Wie die Psyche einen Menschen nach und nach zerstören kann

Wir waren letzte Woche Samstag im Kino und haben uns den neuen Joker Film angesehen. Da er laut vielen Personen so brutal und blutig sein sollte, dachten wir, wir bilden uns einmal eine eigene Meinung.

Aber zuerst ganz allgemein zur Geschichte:

Der Joker ist eine Figur aus dem DC-Superheldenuniversum. Es wird in diesem Film die Geschichte von Arthur Fleck erzählt, der es im Leben nicht leicht hatte und auch sehr oft sehr schlecht behandelt wurde. Später wird er der Gegenspieler von Batman.
Arthur Fleck, von Kindheit an geplagt mit zwanghaftem Lachen in unpassenden Situationen, lebt mit seiner Mutter in einer Wohnung in Gotham City. Die Stadt ist schlimmer den je verschmutzt, weil die Müllabfuhr ihre Arbeit niedergelegt hat und mehr Gewalt denn je vorherrscht. Auch Arthur musste schon eine ganze Menge gewalttätige Übergriffe hinnehmen, denn er arbeitet als Clown, was in Gotham City zu dieser Zeit nicht geachtet wird. Er verliert durch eine Fehlhandlung im Krankenhaus (verliert bei seinem Programm als Clown für krebskranke Kinder eine echte Pistole aus der Tasche) seinen Job. Seine Sozialarbeiterin bekommt alle Mittel von der Stadt gestrichen, was bewirkt, dass Arthur seine Medikamente nicht mehr beziehen kann und keine Therapiegespräche mehr bekommt. Er wünscht sich, selbst einmal Comedy machen zu können, allerdings bekommt er in aufregenden Situationen immer seine krankhaften Lachanfälle, auch sein Programm und die Witze sind nicht wirklich lustig, er hat einen ganz eigenen Humor. Nach und Nach geht alles schief, was schief laufen kann. Er tötet nach seiner Kündigung 3 übergriffige Zivilisten, die zufällig bei Thomas Wayne arbeiten, welcher als Bürgermeister kandidiert. Er erfährt durch seine Mutter (hat damals für Thomas Wayne gearbeitet) und einen Angestellten von Thomas Wayne, dass die Mutter ihn adoptiert hat und dass sein Stiefvater ihn in seiner Kindheit missbraucht hat. Nach und Nach wird er psychisch immer auffälliger.Er hat einen Auftritt in einem Comedyclub, der gehörig schief läuft, weil er wieder einen seiner krankhaften Lachanfälle bekommt. Alle machen sich über ihn lustig und zu guter Letzt wird noch ein Ausschnitt seines Auftrittes bei einem großen Talkmaster, den er sehr verehrt, im Fernsehen gesendet. Der Talkmaster macht sich lustig über den Auftritt, der Ausschnitt bekommt aber viel positive Ressonanz von den Zuschauern,sodass Arthur in die Talkshow eingelden wird. Zuerst plant er, sich in der Talkshow zu erschießen, doch dann prahlt er mit den getätigten Morden der 3 Zivilisten. Der Talkmaster nimmt die Aussage ganz professionel auf und beginnt mit dem Joker darüber zu reden, doch Arthur fühlt sich provoziert und erschießt vor laufender Kamera den Talkmaster. Er wird von der Polizei abgeführt, das Polizeiauto hat einen Unfall, die Demonstranten auf der Straße verehren die Tat des Jokers. Später wird nur noch ein Ausschnitt gezeigt, als er in der Psychiatrie mit einer Psychologin spricht und das er nach der Therapie mit blutigen Fußabdrücken aus dem Besprechungsraum kommt, daraufhin wird er von einem Pfleger durch die Psychiartie gejagt.

Fazit zum Film:

Sehr guter und fesselnder Film über die menschliche Psyche und welche Ausmaße es erreichen kann, wenn man Menschen mit psychiatrischen Problemen nicht adäquat unterstützt und behandelt. Ich muss schon sagen, Arthur hatte wirklich kein schönes Leben, er hatte viel Pech, war zur falschen Zeit am falschen Ort und war vom Wesen her auch anders, als andere Menschen, er war sehr sensibel und feinfühlig und konnte mit dem ganzen Ärger und den wiederkehrenden Pechsträhnen nicht gut umgehen. Dazu kommt noch seine aus der Kindheit bestehende Störung mit dem unpassenden Lachen, wo sich doch wirklich alle Menschen provoziert fühlen. Zu guter Letzt war er auch die ganze Zeit nur mit seiner Mutter zusammen und hatte keine Frau oder Freundin, die für ihn da war.
Ich muss sagen, ich habe schon blutigere und krassere Filme gesehen.
Der Film hat nur perfekt dargestellt, was die Psyche mit einem Menschen machen kann, wenn er mit allen Problemen allein gelassen wird und wenn plötzlich Medikamete entzogen werden.

Klare Empfehlung für Menschen, die sich gern mit psychiartischen Problemen und Beziehungsgeschichten anderer beschäftigen.

Sonntag, 3. November 2019

Lie to me - eine Serie mit psychologischem Hintergrund


 
Heute werde ich einen Artikel über eine Serie verfassen, die schon seit längerem auf Amazon frei verfügbar ist. Jetzt könntet ihr sagen, wie langweilig, eine Serie die es schon so lange gibt weckt doch kein Interesse mehr. Meiner Meinung nach ist dieses Serie aber für alle sehr empfehlenswert und auch einen Blogartikel wert. Schon allein, weil man so viel über Mimik und Gestik lernen kann, wie in wenigen Filmen.

Personen:

Dr. Cal Lightman ist ein Psychologe, ein Experte für Körpersprache und Mikromimik. Er gründet ein unabhängiges Unternehmen (die Lightman Group) welche sich mit dem Verhör von verdächtigen Personen beschäftigt, allerdings nicht wie bei einem normalen Verhör bei der Polizei oder der Strafbehörde, sondern immer auf psychologischer Grundlage durch Deutung der Gestik und der Mikromimik (dauern nur Sekunden an, z.B. Mundwinkel verziehen, Augen oder Stirn in Falten legen, mit der Nase wackeln usw.) während des Verhörs. Er hat ein kleines, aber cleveres Team um sich und baut dieses am Anfang der 1. Staffel auf. Er findet seine Kollegen in Alltagssituationen und rekrutiert sie zu sich.
Teilhaberin der Lightman Group ist Dr. Gillian Foster, ebenfalls Psychologin und Körpersprachenexpertin. Sie kann Privates und Berufliches schlecht voneinander trennen und gerät deshalb oft in Schwierigkeiten während der Ermittlungen.
Eli Loker (akademisch ausgebildet, konnte sich die Fähigkeiten gut anlernen) und Ria Torres
(arbeitete beim Sicherheitsdienst am Flughafen) sind rekrutierte Mitarbiter aus anderen Bereichen, in denen sie gegenüber anderen Kollegen hervorragende Leistungen erbrachten und mit ihren Leistungen herausstachen.
Eine große Rolle in der Serie spielt auch die Tochter Emily von Cal Lightman und seiner geschiedenen Frau, für die er alles tun würde, sie aber auch im privaten immer wieder psychologische analysiert, was Emily gehörig stört. Die Beziehung ist dadurch immer wieder negativ belastet und schwierig.
Und zu guter letzt Ben Raynolds, ein FBI Agent, der die Lightman Group bei Ermittlungen unterstützt, allerdings nur bis zum Ende der 2. Staffel, dann wird der Vertrag mit der Behörde gekündigt. Er handelt weniger nach Vorschriften und pychologischen Untersuchungsmethoden, sondern eher aus Instinkt. Hier treffen sich mit Cal Lightman und Ben Raynolds Gefühl und Verstand/Wissenschaft, was in vielen Fällen wirklich super nützlich ist.

Handlung:

Im Grunde geht es darum, Straftäter, die nicht klar von der Polizei und verschiedenen Strafbehörden gestellt werden können, über psychologische Befragung und genaue Beobachtung zu überführen, sodass sie sich selbst verraten bzw. ihre Körpersprache für sich sprechen lassen.
Immer wieder gelingen Cal Lightman gute Tricks, sodass sich alle Straftäter im Endeffekt selbst verraten, einfach nur durch geschickte psychologische Gesprächesführung und meist sehr deutliche Worte seinerseits. Auch die enge Freundschaft zu Gillian Foster spielt immer wieder eine große Rolle, man hat das Gefühl, beide sind ineinander verliebt, wollen und können aber nicht dazu stehen.
Nebenher laufen bei allen Hauptdarstellern die privaten Leben und es wird auch bei allen deutlich, welche Wirkung diese Arbeit darauf hat. Es ist für alle Beteiligten (vorallem für Gillian Foster) ein schwieriger Weg, Berufliches und Privates voneinander zu trennen und manchmal auch schwierig mit dem Wissen zu leben. Auch wenn sie nicht alles deuten möchten, können sie es nie ganz abstellen ihr Wissen auch privat anzuwenden.

Allgemeines:

Lie to me ist eine US-amerikanische Serie, die 2009 das erste Mal ausgestrahlt wurde, sie lief in Deutschland von 2010 bis 2012, jedes Jahr kam eine neue Staffel hinzu.
Leider wurde die Produktion nach der 3. Staffel eingestellt, die Serie ist somit beendet.

Fazit:

Lie to me ist wirklich sehr empfehlenswert für Menschen, die sich gern mit dem Thema Psychologie und Gesprächsführung beschäftigen. Es ist nichts für zarte Gemüter, denn es läuft nicht immer alles harmonisch und Cal Lightman ist eine ganz spezielle Persönlichkeit, dessen Handlung man nicht immer klar nachvollziehen kann. Er ist teilweise wirklich grob und sehr direkt, andererseits doch wieder so verletzlich und liebevoll. Ich habe bis jetzt noch nie einen ähnlichen Charakter gesehen bzw. kennengelernt. Cal Lightman geht nicht zimperlich mit den Verdächtigen um und während der Serie hatte ich mehrmals "zu schlucken", weil es zeitweise sehr bedrängend auf mich als Zuschauer wirkte.
Allerdings kann ich auch sagen, dass ich noch nie so viel über Köpersprache gelernt habe, wie in dieser Serie. Die kleinsten Bewegungen im Gesicht, die sonst niemand beachten würde, spielen hierbei eine riesige Rolle und sagen schon so viel aus.
Wer also gern spannende, fesselnde Serien mit psychologischem Hintergrund schaut, ist mit dieser Serie sehr gut beraten.
Eine klare Empfhelung meinerseits!

-Werbung durch Marken- und Namensnennung-